1877 Kriegsbeginn - Die Nez Perce Schlacht

 Kein Indianerkrieg war so unnötig und überflüssig wie die Nez Percé-Schlacht!

Kapitulation von Chief Joseph, Frederic Remington
Kapitulation von Chief Joseph, Frederic Remington

Im Jahre 1805 hatten die Nez Percé Meriwether Lewis ihre Freundschaft entgegen gebracht und diese wurde nie gebrochen.


Der Nez Percé Stamm war stolz darauf, niemals das Blut eines Weissen vergossen zu haben.

 

Während Häuptling Joseph auf der Jagd in den Wallowa Mountains war, herrsche in seinem Lager in der Lapwai-Reservation große Unruhe, weil Weiße von drei Indianern überfallen wurden. Vier Siedler wurden am Salomon River getötet..


Als Regierungsbeamte kamen und die Nez Percés aufforderten, das Wallowa Valley zu verlassen und in das Reservat Lapwai zu gehen, weigerte sich Häuptling Young Joseph:

 

Seine Worte:

"Das Land wurde ohne Grenzen erschaffen und es steht den Weißen nicht zu, es zu teilen.
Ich beanspruche das Recht, in meinem Land zu leben und ich gestehe euch das Recht zu, in dem euren zu leben."

 

Reaktion der Regierung

Die Regierung beauftragte General Howard, das Wallowa Valley von den Nez Percés zu räumen. 250 Krieger, 450 Frauen, Kinder und alte Leute wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

 

Juli 1877

Im Juli 1877 zogen die Nez Percés mit ihrem Vieh und ihren Pferden los, jedoch nicht in das ihnen bestimmte Reservat, sondern um über die 2000 km entfernte Grenze nach Kanada zu entkommen: Sitting Bull war dorthin geflohen, und die Amerikaner wagten nicht, ihn zurückzuholen. Verfolgt von General Howard wurden die Nez Percés eines Nachts umzingelt und während sie schliefen, angegriffen . 80 Nez Percés kamen dabei ums Leben, über 2/3 davon Frauen und Kinder. Überlebende konnten fliehen. Durch geschickte Aktionen schüttelten die Indianer trotz täglicher Nachhutgefechte General Howard ab.

 

Am 16. Juni 1877 erreichten zwei Kuriere mit der Nachricht über das Blutvergießen Fort Lapwi, von wo aus sofort zwei Kavallerie-Einheiten, die aus etwa hundert Mann bestanden und etwa 20 Scouts in Bewegung. Die Soldaten unter dem Kommando Lieutnant Perry schafften die über 60 Meilen lange Strecke in weniger als einem Tag. Die Nez Percé hatten sich in den White Bird Canyon zurückgezogen, wo Perry sie angreifen wollte. Doch ein Späher der Indianer entdeckte in der Nacht die anrückende Truppe und schlug Alarm. Der Gegenschlag der Amerikaner wurde im White Bird Canyon zum Desaster. Von den hundert Soldaten verloren etwa 40 ihr Leben, obwohl die Soldaten gegen eine noch halb betrunkene, zahlenmäßig unterlegene Indianertruppe kämpften. Nach dem Sieg im White Bird Canyon, zogen sich die Nez Percé über den Salmon River zurück Die Amerikaner, die mittlerweile über 500 Soldaten gesammelt hatten, zogen den Indianern hinterher, brauchten allerdings drei Tage bis sich alle Männer und das Material auf der anderen Flussseite befanden.. Da jedoch zwei Kavallerieabteilungen unter Captain Whipple das Lager des bislang neutral gebliebenen Häuptlings Looking Glass angriffen und das Lager zerstörten, schloss er sich mit etwa 40 Kriegern den Nez Percé an. Aber auch einige Palouse und die Red-Owl-Gruppe die über das Vorgehen der Weißen entsetzt waren, schlossen sich den Wallowa an, damit besaßen die Indianer über 200 Krieger.

 

General Howards Truppe musste nachdem sie endlich den Salmon River überquert hatten, den Indianern unter großen Strapazen in die Salmon Mountains folgen. Die Nez Percé hatten unterdessen den Salmon River nochmals überquert und setzten sich in östliche Richtung, in die offene Prärie ab. Nachdem sie am südlichen Quellfluss des Clearwater ihr Lager aufgebaut hatten, wurden sie dort von einer Abteilung von etwa 75 freiwilligen überrascht, die General Howard einen Melder mit der Bitte um Verstärkung schickten. Die Indianer konnten den Soldaten lange die Stirn bieten, flüchteten aber, nachdem Captain Miller mit seinen Leuten vermutlich aufgrund einer Fehlinterpretation eines Signals, auf die Schützenlinie der Nez Percé zustürmte und damit einen nicht geplanten angriff der amerikanischen Truppen auslöste. Doch General Howard untersagte das Verfolgen der Indianer und rückte ihnen erst nach, nachdem er eine weitere Verstärkung und jetzt nunmehr 750 Mann verfügte.

 

Jedenfalls reichte die Zeit für Beratungen, in denen sich die Nez Percé einig wurden, erst in die Great Plains Montanas zu den verbündeten Crow zu fliehen und falls dieser Plan fehlschlagen sollte, nach Kanada in das Land in dass schon Sitting Bull geflohen war zu ziehen.

 

In den Bitterroot Mountains, die die Nez Percé über den Lolo Trail durchquerten, hängten sie General Howard ab, da die Nez Percé in der Vergangenheit oft die Bitterroots überquert hatten, um in Montana Büffel zu jagen. Doch am 25. Juli sichteten die Indianer eine Barrikade der Blauröcke an einer schmalen Stelle des Passes, dort hatte sich Captain Rawn mit seinen 35 Soldaten und weiteren freiwilligen eine Befestigung gebaut um die Nez Percé aufzuhalten. Doch die Indianer umgingen diese Stellung der Soldaten.

 

Da Chief Joseph und die anderen Häuptlinge nichts von Colonel Gibbons Truppe wussten und sich sicher waren Howard entkommen zu sein, zogen sie zum Big Hole River, um dort zu jagen und sich auszuruhen. Am Morgen des 10. August griff Gibbon mit seiner Armee das Camp der Nez Pecé an. Etwa 80 Indianer kamen in dem Kugelhagel um, doch als sie sich vom ersten Schrecken erholt hatten, ging White Bird mit seinen Kriegern zum Gegenangriff über, während Joseph dafür sorgte, dass die restlichen Überlebenden in Sicherheit gebracht wurden. Den Kriegern gelang es die Soldaten zur Flucht über den Fluss zu bringen und eine Haubitze der Amerikaner zu zerstören. Während einigen Krieger Gibbons Soldaten hinter ihren hastig errichteten Barrikaden aufhielten, hatten die Nez Percé ihr Lager abgebrochen und setzten ihre Flucht fort.

 

Als Tage später General Howard in die Nähe der Indianer kam, gelang es den Kriegern fast alle seine Maultiere zu erbeuten. Danach zogen sie sich über den Targhee Pass zum Yellowstone Park zurück, in dem sich im Sommer 1877 bereits einige Touristen befanden. General Sheridan befand sich unter ihnen und informierte nachdem er von den fliehenden Nez Percé erfahren hatte alle Fortkommandanten in der Nähe, dass die Krieger einzukreisen seien. Die 7th Cavalry, nach der Niederlage am Little Bighorn wieder in alter Stärke, marschierte sofort Südwestwerts zum Yellowstone. Doch die Indianer schüttelten die Soldaten nach einem Gefecht ab und zogen weiter nach Norden in Richtung Kanada.

 

September 1877

Mitte September trafen die Nez Percé auf ihre alten Verbündeten die Crow, von denen sie Hilfe erwarteten. Doch die Beziehung der Apsaroka (wie die Crow sich selbst nannten) zu den Weißen war gut und viele Krieger des Stammes dienten den Amerikanern als Scouts. So mussten sie Nez Percé feststellen, dass sie bei den Crows nicht mehr willkommen waren, so blieb lediglich die Flucht nach Kanada und die Hoffnung dort von dem einstigen Gegner Sitting Bull und seinen Sioux Hilfe zu bekommen.

 

Die Nachhut der Nez Percés sichteten Ende September keine Soldaten mehr. Jäger entdeckten eine Büffelherde und da die Nez Percés kaum noch Lebensmittel hatten, beschlossen die Häuptlinge in den "Bear Paw Mountains" zu campen. Am nächsten Tag wollten sie die kanadische Grenze erreichen.

 

Am 30. September lagerten die Nez Percé in den Bear Paw Mountains, als Scouts kamen und berichteten das Soldaten kämen. Es war die Armee von Miles, die auf Shermans Befehl von Fort Keogh losmarschiert waren um die Indianer aufzuhalten. Doch ein erster Angriff wurde von White Bird zurückgeschlagen, kostete 24 Soldaten das Leben und verwundete 42 weitere. In der Dunkelheit versuchten die Nez Percé sich nach Norden zurückzuziehen, doch Miles hatte das Lager umstellt. Nur rund 200 Indianer schafften es sich durch die Reihen der Soldaten zu schleichen und in Richtung Kanada zu Sitting Bull zu fliehen. Am 4. Oktober traf General Howard ein, einen Tag später kapitulierten die Nez Percé unter der Übermacht der Amerikaner und 430 Indianer gingen in Gefangenschaft.

 

 General Miles stellte folgende Bedingung

 

"Wenn ihr euch ergebt und eure Waffen abliefert,
werde ich euch das Leben schenken und in euer Reservat schicken."

 

KAPITULATION VON CHIEF JOSEPH ZUGUNSTEN SEINES STAMMES

Nach viertägiger Belagerung entschied sich Chief Joseph aufzugeben:

 

WORTE VON CHIEF JOSEPH

"Unsere Häuptlinge sind gefallen"
Wir haben Hunger, keine Decken, und die Kinder erfrieren.
Mein Herz ist krank und traurig.
Ich werde von dort, wo die Sonne jetzt steht, niemals mehr kämpfen."

 

 

KAPITULATION KURZ vor dem ZIEL

Drei Monate der Flucht, in der der Stamm fast 2000 km zurückgelegt hatte, waren umsonst gewesen. Anstatt die Nez Percés wie versprochen nach Lapwai zu bringen, transportierte die Armee sie nach Fort Leavenworth in Kansas. 7 Jahre später lebten nur noch 287 gefangene Nez Percés.

Nach der Kapitulation

Nach der Kapitulation wurden die Nez Percé in das im Süden liegende Indian Territory gebracht.

Allerdings befand sich das Reservat nicht in Idaho, sondern Washington.

Erst 1855 durften Chief Joseph und sein Stamm in den Nordwesten der USA zurückkehren.

Im Jahre 1904 starb Chief Joseph


by Mark Highberger