Appaloosa Schlendergang

The "Indian Shuffle" History

Die Geschichte erzählt, dass die Spanier die ersten gewesen seien, die den amerikanischen Kontinent mit Pferden bereichert hätten. Unter ihren Pferden befanden sich viele spanische Pferde, die "Paso Fino" genannt wurden, was übersetzt einfach nur “Feiner Schritt“ bedeutet.

 

Paso Fino Pferde waren zur damaligen Zeit keine Rasse, sondern wurden lediglich nur wegen ihrer natürlichen Gangart geschätzt, die jedes andere Pferd zum Traben oder leichtem Galopp zwang, um Schritt halten zu können.

 

Auch heutzutage werden Paso Fino Pferde noch von den spanischen Nachkommen in Südamerika geschätzt, wo seit Jahrhunderten eine selektive Zucht für diesen Gang gepflegt wird; es sind der Paso Fino, der Paso Peruano und der Kolumbianische Paso. Diese drei Typen sind heute anerkannte Rassen und Nachkommen der so genannten “easy-gaited horses“, die von den Spaniern nach Amerika gebracht wurden.

 

Der spanische Paso Fino eroberte Nordamerika.

 

Die Spanier gründeten Siedlungen in New Mexico und nutzten die lokalen Pueblo-Indianer als Leibeigene zur Arbeit in der Landwirtschaft und zur Pflege der großen Anzahl von Pferden, die die Spanier zur Herde ihrer Rinder hielten.

 

Von den Spaniern lernten die Indianer den Umgang mit Pferden und obwohl es verboten war, lernten sie schnell und gut diese Tiere zu reiten. Gelegentlich lief ein Stallbursche mit seinem Anspruch davon und einige Indianer fingen streunende Pferde ein oder feilschten mit den Spaniern um die Vierbeiner.

 

Während des Pueblo-Aufstands von 1680 kamen viele Indianer zu Pferden. Nie zuvor waren die Pueblo-Indianer unter einem einzigen Führer, dem indianischen Priester namens Popé, vereint gewesen. Unter Popés Führung entstanden am selben Tag Indianer-Aufstände in ganz New Mexico, wodurch etwa 400 Spanier ihr Leben verloren. Der Rest der Spanier floh und hinterließ ihre Siedlungen und Pferdeherden. Die Pueblo-Indianer, ein Schafhirtenvolk, boten viele dieser Pferde den Büffeljägern aus den Ebenen zum Tausch an.

 

Langsam bewegten sich die Pferde nach Norden und wurden schließlich von den Nez Perce und anderen Stämmen beansprucht. Die Nez Perce lernten gutes Pferdematerial zu erkennen und praktizierten fast von Anfang an eine selektive Zucht.

 

Viele ihrer Pferde hatten den von den Spaniern so geschätzten, dauerhaften und geschmeidigen Gang. Es ist nicht bekannt, ob der Indian Shuffle speziell von den Nez Perce Indianern gezüchtet wurde, aber bekannt ist, dass die Nez Perce generell Pferde verehrten, die sich gut bewegen konnten. Es wird auch behauptet, dass die Nez Perce den Indian Shuffle für den Transport bewusst einsetzten, weil sie mit ihrem Haushalt zügig umziehen konnten ohne ihr Umzugsgut zu verlieren oder durchzuschütteln.

Appaloosa Single Foot

Es gab eine Zeit, da war das Einkreuzen von Fremdrassen im Appaloosa Horse Club nicht auf bestimmte Pferderassen begrenzt; vor allem zu den Anfangszeiten der Appaloosa Foundation Zuchtbuchöffnung durch den Appaloosa Horse Club (ApHC).

 

Das lag natürlich auch daran, dass zu dieser Zeit noch nicht viele Pferderassen auf dem amerikanischen Kontinent zur Verfügung standen und deswegen auf bewährte Rassen zurück gegriffen werden musste.

 

Beispielsweise die Einkreuzung mit dem American Saddlebred Horse, auch American Saddle Horse genannt, das zur frühen Kolonialzeit amerikanischen Boden betrat und später als Gangpferd bekannt wurde; obwohl nicht jedes Saddlebred Horse über den Slow Gait (Tölt langsam) und Rack Gait (Tölt schnell) verfügte.

 

Die Einkreuzungen verstreuten den Slow Gait und Rack Gait in andere amerikanische Rassen, welche im Verlauf der Zeit gezielt aus dem Saddlebred und den anderen Rassen rausgezüchtet wurde; aber bei einigen Saddlebred Horses wurde der Slow Gait und Rack Gait bewusst genetisch verstärkt.

 

Den Schlendergang verdankt das Saddlebred Horse dem Galloway und Hobby Horse und vererbte seinen Gang an den Narragansett Pacer, der um 1880 herum verdrängt wurde und heute nicht mehr existiert.

 

Das Appaloosa Foundation Horse wurde während seiner Reproduktionszeit mit Pferderassen gekreuzt, die mehr oder weniger über zusätzliche Gangarten verfügten; dem Saddlebred Horse, dem Morgen, dem Percheron, dem Araber, dem Paso Fino, dem Paso Peruano, dem Kentucky Horse und dem Englischen Vollblut, von denen einige auch teilweise einen Bezug zu den frühen Spanish Jennet Horses hatten.

 

Einige der Appaloosa Pferde wurden wegen ihrer vierten Gangart bekannt, die als Indian Shuffle bezeichnet wird; eine gewöhnungsbedürftige Bewegungsart für das Auge, die jedoch sanft für den Reiter und wenig ermüdend für das Pferd ist. Pferde mit dieser Fortbewegungsart wurden deswegen auch als "hundred mile a day horses" bezeichnet; ähnlich dem Isländer.

 

Da das Saddlebred überwiegend im Osten Amerikas verbreitet war, erklärt, weshalb einige Appaloosa Foundation Horses mehrheitlich seine Gangeigenschaften erbten, die heute als Indian Shuffle Appaloosa bekannt sind. Im Südwesten Amerikas war der Indian Shuffle hingegen weniger verbreitet.

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Appaloosa "Shuffle"

 

Einige Leute denken, dass der "Indian Shuffle" ebenso wie seine Flecken und gestreiften Hufe ein Appaloosa Geburtsrecht sei und andere hingegen haben noch nie davon gehört.

 

Das Appaloosa Gangpferd, "gaited Appaloosa" genannt, ist ein Appaloosa Pferd  mit lateralem Gang. Diese Gangart wird oft als "Appaloosa Shuffle" oder "Indian Shuffle" bezeichnet und ist wie der Schritt, eine laterale Bewegungsart.

 

Der Indian Shuffle ist ein Passgang, ein Zweitakt in zwei Phasen, bei der die gleichseitigen Beinpaare abwechselnd auffußen; was bedeutet, dass sich die beiden Beine auf der gleichen Seite des Pferdes nach vorne bewegen, bevor die beiden gegenüberliegenden Beine nach vorne greifen.

 

Beim reinen Indian Shuffle ist das Tempo gebrochen, da jeder Fuß einen Bruchteil vor dem anderen auf den Boden trifft, was zu vier (4) Takten bei jeder vollen Bewegung aller vier Beine führt und in einem Viertakt-Gang endet.

 

Der Indian Shuffle ist dem Stepping Pace (Schritttempo) oder Broken Pace (unterbrochenes Tempo) sehr ähnlich; der primäre Unterschied ist, dass der Indian Shuffle weniger Knie-Aktion und eine geringere Hufhöhe hat.

 

Der Indian Shuffle wird manchmal als "Running Walk" bezeichnet, aber der richtige Gang, so wie der Trab, ist eine diagonale Gangart. Der Indian Shuffle, wie der Name schon sagt, hat nicht viel Knie-Aktion. Das Pferd bewegt sich aus den Schultern und Hüften mit rollenden Bewegungen: die Bewegung des Pferdes wird in seinem Rücken und Lenden absorbiert und geben dem Reiter dadurch einen sanften, gleitenden Ritt. 

 

Auch, weil die Bewegung in 4 getrennte Takte oder Huf-Anhebungen gebrochen wird, fehlt es der Seite-zu-Seite-Bewegung des tatsächlichen Schrittes oder anders, weil die Geschwindigkeit gedrosselt ist und ihm deswegen das eigentliche Tempo der Seite-zu-Seite Bewegungen fehlt. 

 

Der Indian Shuffle ist auch mit dem Pace zu vergleichen; die Pferdebeine bewegen sich gemeinsam auf derselben Seite. Ein Indian Shuffle ist jedoch sanfter als ein "Pace"; es ist mehr wie ein gebrochener Pace. Diese Pause qualifiziert sich für einen Vier-Takt-Gang wie von einem Tennessee Walker Horse ausgeführt. Allerdings ist der Running Walk vom Tennessee Walking Horse wesentlich geschmeidiger und verfügt über eine Suspension;  Schwebephase genannt.

 

Die Indian Shuffle-Schritte besitzen keine hohe Aktion, sondern sind flach. Das Pferd treibt vorwärts mit einer rollenden Aktion von Hüften und Schultern. Die Übersetzung des Pferdes ist meist kurz oder kompakt. Das Pferd neigt dazu, einen erweiterten Lauf auszuführen. Der Ritt ist ein gleitender Gang. Man wird nicht von einer Seite zur anderen Seite geworfen so wie beim echten Pace. Der Pace ist schwer zu sitzen; sehr holprig und unbequem zu reiten.

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Appaloosa

 

"hundred mile a day horse"

 

Der "Paso Fino" war die Geburtsstunde der begehrten Appaloosa Horses.

 

Das Palouse Horse oder auch Nez Perce Horse genannt, wurde letztendlich auch ein sehr begehrtes Pferd der “Old-Time Western Rancher“.

 

Die “Old-Time Western Rancher“ waren diejenigen, die seinen einzigartigen Gang bemerkten und ihn als "Indian Shuffle" bezeichneten.


Es wird erzählt, dass Gene Autry früher den Gang seines Appaloosa Pferdes "El Morroco F-18" zur Schau stellte, indem er seinen Roping Saddle auf ihn legte, ein Glas Wasser auf das Horn stellte und mit vollem Tempo losritt, ohne einen Tropfen zu verschütten.

 

Im Volksmund der Rancher wird erzählt, dass Cowboys für ein Indian Shuffle Horse 50 Dollar drauflegten, weil es dem Cowboy unnötige Abnutzung ersparen würde, genau wie dem Indianer und Spanier vor ihm. Die energiesparende Fortbewegungsart sei der Grund gewesen, weshalb Cowboys über viele Stunden im Sattel sitzen und dadurch längere Touren bequemer bewältigen konnten.

 

Lobende Worte seien einstmmig von rauen Cowboys gekommen, weil in diesen farbenreichen spanischen Mustangs Beinprobleme eher ausblieben. Ein spanischer Mustang mit diesem natürlichen Wandergang, dem Indian Shuffle, sei ein scheinbar unermüdliches Tier gewesen. Der Indian Shuffle ist ein Merkmal, das heute nur noch bei wenigen Appaloosa Pferden vorkommt. Veröffentlicht von Robert L. Peckinpah im "Appaloosa Heritage"-


Als 1938 der Appaloosa Horse Club von Claude Thompson und Dr. Francis Haines gegründet wurde, brachten viele Pferde den Indian-Shuffle mit und wurden ein wertvoller Teil des offiziellen Zuchtregisters.

 

Es sind die Vorfahren und Gründerpferde unserer Appaloosa Old-Foundation Horses.

 

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