Spärliche Mähne    und    dünner Schweif Ein Nez Perce Zucht-Erbe?

Nein, ganz und gar nicht!

Oft neigen Appaloosa Pferde zu einer spärlichen Mähne und einem dünnen Schweif, aber das war KEIN primäres Merkmal, da die frühzeitlichen Appaloosa Horses aus den Nez Perce Blutlinien über volle Mähnen und Schweife verfügten.

 

Die Politik der US-Regierung hatte die in Reservaten lebenden Indianer gezwungen, Farmer zu werden und versorgte sie mit Kaltblutlinien, die mit ihren überlassenen Nez Perce Pferden verpaart werden sollten, die nicht durch die Regierung beschlagnahmt, versteigert oder vernichtet wurden. Mit dieser Vorgehensweise stellte die Regierung sicher, dass sich nie wieder ein qualitativ hochwertiges Nez Perce Pferd auf amerikanischen Boden bewegen würde, welches die Kavallerie wiederholt im Schatten stehen lassen könnte.

 

Mit diesem Zuchtauftrag der Regierung veränderte sich das leistungsstarke Nez Perce Horse und so liegt die Vermutung sehr nahe, dass der Auslöser von spärlichen Mähnen und dünnen Schweifen in der unpassenden Verpaarung von Kaltblutlinien und Nez Perce Horses liegen könnte.

 

Nur wenige Palouse Horses und Nez Perce Horses konnten rein gehalten werden. Ausgenommen von den Einkreuzungen waren Palouse und Nez Perce Pferdebestände, die nicht an der Nez Perce Flucht und damit an dem Nez Perce Massaker beteiligt waren und in schützende Hände von Indianern oder Siedlern lagen.

 

Weiße Siedler und Farmer kreuzten ihre erworbenen Nez Perce Horses ebenfalls mit Kaltblutlininen, aber auch mit anderen Fremdrassen, die zur damaligen Zeit auf dem amerikanischen Kontinent gängig waren.

Aus diesen Fremdeinwirkungen, in eine 300-Jährig bestehende und damit durchgezüchtete Nez Perce Pferdezucht, entwickelte sich eine neue Appaloosa Genetik, die zu spärlichen Appaloosa Mähnen und dünnen Appaloosa Schweifen führten.

 

Es entstand ein Pferd, dass als Old-Type Appaloosa oder Old-Time Appaloosa Horse bekannt wurde.

Dünne Mähne - Dünner Schweif

Es gibt immer noch Meinungen, dass dünnes oder fast fehlendes Mähnen- und Schweifhaar von den Nez Perce Indianern bewusst angezüchtet wurde, damit sich die Nez Perce Pferde mit ihren Mähnen und Schweifen nicht in Büschen verheddern; was natürlich so nicht wirklich stimmen kann. Zur indianischen Kultur gehörte das Bemalen und Beschmücken ihrer Pferde und besonders das lange Haarkleid wurde genutzt, um darin Mähnen- und Schweifschmuck zu verarbeiten, was in spärlichem Mähnen und dünnem Schweifhaar zwar nicht unmöglich, aber sich dennoch etwas schwierig gestalten könnte.


Nun gibt es einen möglichen genetischen Zusammenhang zwischen dem *Leopard Complex (*Leopard Complex = LP-Gen und Modifikationsgene; auch Umwandler genannt.) und dem spärlichen Mähnen- und Schweifwachstum, obwohl die genauen Zusammenhänge immer noch unbekannt sind.

 

Es gibt LP-Pferde mit langem und dichtem Behang und es gibt Exemplare die fast haarlos sind und das obwohl diese mit Pferden verpaart wurden, die über dichtes Mähnen- und Schweifhaar verfügten. Der Grund muss also irgendwo anderes liegen.

 

Beispielsweise sollen LP-Pferde aus der schwarz pigmentierten Farbgruppe "EE/aa" oder "Ee/aa" öfters von dünnem Behang betroffen sein, als aus der rot pigmentierten Farbgruppe "ee".

 

Appaloosa Roaning soll ein weiterer Faktor sein, der nicht bei der Geburt sichtbar ist, sondern erst nach Vollendung des ersten Lebensjahres einsetzt.

 

Zusammenhängende Faktoren sollen das Haarwachstum in den Wurzeln reduzieren und das würde bestätigen, dass nicht kompatible Pferdeverpaarungen zu genetischen Veränderungen führen, die nicht immer positiv für das Tier sind. Unter natürlichen Verhältnissen, würden genetische Disharmonien von der Natur beseitigt. Menschliche Züchtungen neigen hingegen zur Verbreitung und Manifestierung.

 

Übrig bleibt die Empfehlung; Mähne und Schweif besonders zu pflegen und zu schützen, weil  das Haarwachstum in sich gestört und nicht mehr so schnell reproduzierbar ist. Deswegen am besten vollständig auf das Bürsten von Mähne und Schweif verzichten, sondern nur noch verlesen.

 

Neben Schutz und Pflege können auch bestimmte Futterzusatzmittel eingesetzt werden; Vitamine, Aminosäuren, Proteine, Lipide und Selen. Aber auch hier ist das Motto "weniger ist oft mehr" ...

 

Vermutung

Spärliche Appaloosa Mähne und dünnes Schweifhaar
ist kein alleiniges Appaloosa-Phänomen, sondern kann bei allen LP-Pferden vorkommen, da das Problem in einer hausgemachten Genetik verankert sein könnte.

LP-Verbindung

Folgende Rassen bestätigen, dass dies kein Nez Perce Erbe ist,

sondern bei allen LP-Rassen möglich ist.

 

Knabstrupper
POA
Noriker
British Spotted Ponies

etc.

Appaloosa Wallach im Eigentum von meiner lieben Züchterfreundin Anita Berger

Happy-Ranch, Schweiz
Website: www.haeppi-ranch.com

 

Vielen Dank für dieses Beispiel!

 

Keine Krankheit, sondern genetisch bedingt!

 

 

Appaloosa Stute Dolly
im Eigentum von meiner lieben Züchterfreundin Anita Berger

Happy-Ranch, Schweiz
Website: www.haeppi-ranch.com

 

Vielen Dank für diesen buschigen Schweif!